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Montag, 28. Februar 2011

Oscar für den schwarzen Schwan

Sie dreht durch, weil sie perfekt sein will. Weil sie die Beste und Einzige und Schönste sein will.

Sie dreht durch, weil sie es ihrer Mutter recht machen will. Weil es für sie nichts anderes gibt als das Tanzen und weil sie weiß, dass es Konkurrentinnen gibt, die ebenso gut sind wie sie. Sie dreht durch, weil ihr Lehrer sie nicht attraktiv findet und beim Training kein einziges lobendes Wort für sie übrig hat. Dabei will sie doch einfach nur alles richtig machen.

Natalie Portman spielt die Rolle der Balletttänzerin Nina Sayers sehr überzeugend. Der Film „Black Swan“ ist spannend und emotional zugleich. Er handelt von einer Tänzerin, die in dem Stück Schwanensee den weißen und auch den schwarzen Schwan spielen soll. Der weiße Schwan ist eine verzauberte Prinzessin, die natürlich nur durch die Liebe eines Prinzen erlöst werden kann. Der Prinz aber entscheidet sich nicht für sie, woraufhin sie sich in den schwarzen Schwan verwandelt und sich das Leben nimmt.

Ninas Aufgabe ist es, die Rolle des schwarzen Schwans nicht nur zu spielen, sondern zu fühlen. Und das tut sie. Aber es kostet sie nicht nur den Verstand, sondern auch das Leben. Am Ende ist sie selbst der schwarze Schwan.

Sie dreht durch, weil sie es sich selbst und anderen nicht recht machen kann. In ihrem Wahn bringt sie am Ende ihre eigene Mutter und zwei Tänzerinnen um.
Oder? Oder hat sie sich das nur eingebildet?

Man geht ein wenig verstört aus dem Kino, weil es einfach nur einschüchternd ist, sich auszumalen, dass jemanden etwas dermaßen in den Wahnsinn treiben kann, dass er bereit wäre, mehrere Menschen umzubringen – wenn auch nur in seiner Vorstellung.
Dennoch: beeindruckender Film. Ihren Oscar als beste Hauptdarstellerin hat Natalie Portman, denke ich, zu Recht gewonnen.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Robin Hood – Das neue Hollywood-Epos

„In Zeiten, in denen das Gesetz die Menschen knechtet, schreibt ein Gesetzloser Geschichte. So geschah es im 12. Jahrhundert in England.“ Während der König das Land ausbeutet und immer mehr Steuern verlangt, zieht Robin Longstride alias Robin Hood für die Schwachen in den Krieg. Sein Kampfgeist und die Liebe führen ihn zum Sieg.
Mit der eigentlichen Robin Hood-Geschichte hat die Story des neuen Hollywood-Films nicht viel gemeinsam, aber sehenswert ist der Streifen auf jeden Fall. In meine imaginäre Liste von Lieblingsfilmen hat er sich jedenfalls schon ganz weit vorn mit eingereiht.
Zu erwarten waren natürlich das ganze Gemetzel und die nicht wenigen Kampfszenen, aber Russell Crowe hat seine Rolle verinnerlicht und spielt einen Mann, der mit Leidenschaft und aus Überzeugung in den Kampf zieht – er kämpft nicht, um Ruhm oder Reichtum zu erlangen, sondern um sein Land zu verteidigen und um den Bauern in England mehr Rechte zu verschaffen. Seine Geliebte, gespielt von Cate Blanchett, zieht am Ende sogar auch mit in die Schlacht.
Begeistert war ich vor allem von den Landschaftsaufnahmen und der Darstellung des mittelalterlichen Dorflebens, denn so wie das Leben der Bauern und Landsleute gezeigt wird, so stellt man es sich vor: Am Tag arbeiten die Menschen auf dem Feld, abends wird zu Musik getanzt und Bier oder Wein getrunken.