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Montag, 28. Februar 2011

Oscar für den schwarzen Schwan

Sie dreht durch, weil sie perfekt sein will. Weil sie die Beste und Einzige und Schönste sein will.

Sie dreht durch, weil sie es ihrer Mutter recht machen will. Weil es für sie nichts anderes gibt als das Tanzen und weil sie weiß, dass es Konkurrentinnen gibt, die ebenso gut sind wie sie. Sie dreht durch, weil ihr Lehrer sie nicht attraktiv findet und beim Training kein einziges lobendes Wort für sie übrig hat. Dabei will sie doch einfach nur alles richtig machen.

Natalie Portman spielt die Rolle der Balletttänzerin Nina Sayers sehr überzeugend. Der Film „Black Swan“ ist spannend und emotional zugleich. Er handelt von einer Tänzerin, die in dem Stück Schwanensee den weißen und auch den schwarzen Schwan spielen soll. Der weiße Schwan ist eine verzauberte Prinzessin, die natürlich nur durch die Liebe eines Prinzen erlöst werden kann. Der Prinz aber entscheidet sich nicht für sie, woraufhin sie sich in den schwarzen Schwan verwandelt und sich das Leben nimmt.

Ninas Aufgabe ist es, die Rolle des schwarzen Schwans nicht nur zu spielen, sondern zu fühlen. Und das tut sie. Aber es kostet sie nicht nur den Verstand, sondern auch das Leben. Am Ende ist sie selbst der schwarze Schwan.

Sie dreht durch, weil sie es sich selbst und anderen nicht recht machen kann. In ihrem Wahn bringt sie am Ende ihre eigene Mutter und zwei Tänzerinnen um.
Oder? Oder hat sie sich das nur eingebildet?

Man geht ein wenig verstört aus dem Kino, weil es einfach nur einschüchternd ist, sich auszumalen, dass jemanden etwas dermaßen in den Wahnsinn treiben kann, dass er bereit wäre, mehrere Menschen umzubringen – wenn auch nur in seiner Vorstellung.
Dennoch: beeindruckender Film. Ihren Oscar als beste Hauptdarstellerin hat Natalie Portman, denke ich, zu Recht gewonnen.

Montag, 8. November 2010

Facebook me

Hätte man weniger Freunde, wenn es soziale Netzwerke nicht geben würde? Und sind diese Leute, mit denen man im Internet „befreundet“ ist, überhaupt wirkliche Freunde?

Über 500 Millionen Menschen aus über 200 verschiedenen Ländern sind bei Facebook angemeldet. Das ist eine unglaubliche, eigentlich unfassbare Zahl. Seit etwa drei Wochen bin ich nun eine von diesen vielen Menschen. Bisher hat mich Facebook ja kalt gelassen. Bisher gab es für mich einfach keinen Grund, sich auf der Plattform anzumelden. Um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, dafür hatte ich studiVZ. Da die meisten Leute aus meinem Studiengang aber hauptsächlich oder nur Facebook nutzen und es auch eine Gruppe für unseren Studiengang gibt, wo aktuelle Termine und Fragen veröffentlicht werden, erlag ich aber nun sozusagen dem Gruppenzwang.

Von dem Film „The Social Network“, den man sich als Studentin der Kommunikationswissenschaften mal angeschaut haben sollte (denke ich zumindest), hatte ich mir er-
hofft, nicht nur etwas über die Entwick-
lung der Plattform, sondern auch etwas von der Faszination hinter Facebook zu erfahren. Der Film ist wirklich interessant, aber nicht umwerfend. Mark Zuckerberg als Gründer der Plattform ist zwar ein extrem intelligenter Mensch, wird jedoch eher als Loser dargestellt. Schlabberlook, kaum Freunde, Interesse und Leiden-
schaft hat er nur für sein Programmieren übrig. Geld interessiert ihn nicht, dennoch lässt er sich von nem Unternehmer einwickeln, dem es nur ums Geld geht.

Die Idee, das Projekt Facebook umzusetzen, lässt sich allerdings wirklich sehr gut nachvollziehen. Im Film werden die Anfänge von Facebook gezeigt, das zunächst ein Netzwerk für Studenten der Uni in Havard war und später auch von Studenten anderer amerikanischer Unis genutzt wurde. Da Zuckerberg von zwei Kommilitonen beschuldigt wird, dessen Idee für eine Plattform wie Facebook geklaut zu haben, kommt es zur Anklage und zur Verhandlung. Wie sich aber Facebook letztlich vom Studentennetzwerk zu einer Plattform für Menschen jeden Alters und aller Berufsgruppen entwickelt hat, wie es also dazu kam, dass immer mehr und mehr Leute Facebook für sich entdeckt haben, erfährt man leider nicht. Ich selbst kann mancher Leute Begeisterung für Facebook nur schwer nachvollziehen, aber das mag daran liegen, dass ich bisher auf studiVZ fixiert war. Gäbe es studiVZ nicht, wäre ich von Facebook sicherlich auch begeistert.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Kino mal anders

Ich war im Kino. Nicht etwa um mir einen Film anzuschauen, sondern um mir die Premiere der neuen Subway to Sally-DVD zu Gemüte zu führen. Aufgezeichnet und nun auf DVD veröffentlicht haben Subway to Sally eines der Konzerte ihrer im April stattfindenden Akustiktour. Und da ich selbst bei einem der Konzerte der Tour (nämlich in Leipzig) mit dabei war, wollte ich mir die DVD-Premiere auf keinen Fall entgehen lassen.

Es ist einfach nur unglaublich erstaunlich, wie Subway to Sally es geschafft haben, ihre Lieder in völlig neuem Gewand zu präsentieren. Neue Lieder, aber auch ältere Lieder erschienen bekannt und doch völlig neu. Das aufgenommene Konzert im Kino zu sehen ließ einen in Erinnerungen schwelgen und in gewisser Weise das selbst miterlebte Konzert noch einmal erleben. Am Anfang wusste zwar keiner so richtig, ob man nach den Liedern klatschen sollte oder nicht, aber zum Schluss haben alle geklatscht. Und man hat ja auch vor allem für Musiker geklatscht, denn die Band war mit vor Ort! Als ich aus dem Kino kam, konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir die DVD zu kaufen. Aber es ist einfach eine so schöne Erinnerung!

Ach ja, und da die Band ja meist so in die Ecke Mittelalter geschoben wird, meinte Eric Fish, also der Sänger der Band so schön: „Wir lassen uns in keine Schublade stecken, wir sind ein Schrank!“ Den Satz fand ich echt cool. Für mich sind Subway to Sally einfach eine tolle Band, weil man bei ihnen das Gefühl hat, dass sie wirklich mit Leib und Seele dabei sind, weil sie unglaublich viel Herzblut in ihre Arbeit stecken. Und das merkt man einfach bei ihren Konzerten. Und deshalb ist die DVD auch so toll!

Hier der Trailer zur DVD: http://www.youtube.com/watch?v=a23SYfaQRSs&feature=player_embedded

Mittwoch, 26. Mai 2010

Robin Hood – Das neue Hollywood-Epos

„In Zeiten, in denen das Gesetz die Menschen knechtet, schreibt ein Gesetzloser Geschichte. So geschah es im 12. Jahrhundert in England.“ Während der König das Land ausbeutet und immer mehr Steuern verlangt, zieht Robin Longstride alias Robin Hood für die Schwachen in den Krieg. Sein Kampfgeist und die Liebe führen ihn zum Sieg.
Mit der eigentlichen Robin Hood-Geschichte hat die Story des neuen Hollywood-Films nicht viel gemeinsam, aber sehenswert ist der Streifen auf jeden Fall. In meine imaginäre Liste von Lieblingsfilmen hat er sich jedenfalls schon ganz weit vorn mit eingereiht.
Zu erwarten waren natürlich das ganze Gemetzel und die nicht wenigen Kampfszenen, aber Russell Crowe hat seine Rolle verinnerlicht und spielt einen Mann, der mit Leidenschaft und aus Überzeugung in den Kampf zieht – er kämpft nicht, um Ruhm oder Reichtum zu erlangen, sondern um sein Land zu verteidigen und um den Bauern in England mehr Rechte zu verschaffen. Seine Geliebte, gespielt von Cate Blanchett, zieht am Ende sogar auch mit in die Schlacht.
Begeistert war ich vor allem von den Landschaftsaufnahmen und der Darstellung des mittelalterlichen Dorflebens, denn so wie das Leben der Bauern und Landsleute gezeigt wird, so stellt man es sich vor: Am Tag arbeiten die Menschen auf dem Feld, abends wird zu Musik getanzt und Bier oder Wein getrunken.